Archiv für: September 2010

26.09.10

Schattenboxen mal anders

Dass "Schattenboxen" nicht nur eine lange Tradition hat, sondern obendrein auch tatsächlich sehr nützlich ist, dürfte allgemein anerkannt sein. Dieser Erkenntnis folgend möchte ich hier für jeweils einen speziellen Zweck zwei abgewandelte Formen des Schattenboxens empfehlen: "Arbeits-Stress-Boxen" und "Renten-Boxen":

Zu "Arbeits-Stress-Boxen": Ich meine damit die geistig-körperliche "Durchlebung" typischer Arbeitsplatz-Szenarien in der Freizeit, im Idealfall besonders belastende Situationen, die allerdings in dieser Als-Ob-Situation mit Leichtigkeit und auf angenehmste Weise gelöst und durchlebt werden sollen. Hier soll also an eine stressige Situation ein wohltuender Ausgang oder Abschluss "angedichtet" werden. Wichtig sind bei dieser Vorgehensweise vor allem die Gefühle und diese sollten sich unbedingt gut anfühlen, so als sei man absolut "Herr/Frau der Lage"! Dieses Ergebnis stellt sich meist nach einer gewissen Übungszeit ein und kann noch intensiviert werden, wenn man dabei auch gegebenenfalls die dazu gehörenden, arbeitstypischen Körperbewegungen ausführt. VERMEIDEN sollte man aber unbedingt (!!!), ein ersehntes Wunschergebnis LOGISCH zu prüfen, um dann nämlich in einer alltäglichen, REALEN Geht-Nicht-Sackgasse zu landen!! LASSEN SIE UNBEDINGT IHRER FANTASIE FREIEN LAUF UND GENIESSEN SIE SOGAR "VERRÜCKTE", ABER SEHR WOHLTUENDE LÖSUNGEN !!!

Zu "Renten-Boxen": Wie man inzwischen weiss, bedeutet das In-Rente-Gehen bezw. das Aufhören mit der Arbeit (und ganz sicher auch das Arbeitslos-Werden nach jahrelanger, angestrengender Arbeit) für sehr viele Menschen, aus den unterschiedlichsten Gründen, erstmal nur STRESS PUR. Aber, wer sagt denn, dass man durch die Entfernung vom Arbeitsplatz nicht trotzdem seiner gewohnten Beschäftigung nachkommen kann? -Durch das So-Tun-Als-Ob (siehe oben) besteht zumindest die Möglichkeit, aufkommenden Stress kontrollieren oder sogar abwenden zu können. Natürlich muß man dazu nicht ebenso lange "Schattenboxen", wie die normale Arbeitszeit war. Man macht es einfach so lange, wie man sich dabei gut fühlt und dann ist es in Ordnung. Vielleicht hat der Eine oder die Andere auch Lust, seine/ihre  ganze Lebens-Arbeitszeit auf diese Weise noch einmal zu durchleben und das Eine oder Andere Erlebnis "neu" (d.h. angenehmer) zu gestalten und zu durchleben. -Was solls? Sie sollten sich gut fühlen!!                         Und wenn Sie, als Arbeitsloser, trotzig weiterhin glauben wollen, doch wieder einen bestimmten Job finden zu können, tuen Sie getrost so, als ob Sie diese Arbeit bereits ausführen (natürlich mit Freude), wenn Sie wollen mit entsprechendem Körpereinsatz. 

Auch wenn diese Vorschläge zunächst und theoretisch betrachtet lächerlich wirken mögen, weiss ich doch, das dieser Weg für manche Menschen eine Hilfe und/oder Bereicherung darstellen können! Natürlich empfehle ich solche Übungen alleine und unbeobachtet auszuführen und dies auch nur besonders vertrauenswürdigen Menschen zu offenbaren. Ansonsten gilt ja: Versuch macht kluuuch. 

 

Falsch gedacht (3)

Vor vielen Jahren war ich auf einem Bauernhof zu Gast, auf dem sich auch immer gerne junge Leute einfanden, um dort auszuhelfen, Trecker zu fahren und miteinander Spaß zu haben. Während des Mittagessens gab der Jungbauer der stärksten Hilfskraft am Tisch, einem Bodybuilder,den Auftrag, gleich nach dem Essen ein Tier von der hinteren Kette im großen Stall loszumachen und in eine bestimmte Box im Nachbarstall zu bringen.- Nachdem der Bodybuilder gegangen war, verging eine halbe Stunde, Dreiviertelstunde- und nach über einer ganzen Stunde (die meisten von uns hatten den Bodybuilder inzwischen vergessen) stand der Jungbauer auf und sagte, er wolle lieber mal sehen, ob der Auftrag ordentlich ausgeführt worden sei.

Nach weiteren zehn Minuten kamen beide Personen wieder zu uns und wir bekamen das Folgende erzählt:der Bodybuilder hatte , im Stall angekommen, nicht mehr genau gewusst, an welcher Kette er welches Tier abmachen und in den anderen Stall bringen sollte. So entschied er sich intuitiv für ein Tier und führte den Auftrag auch korrekt zu Ende. Dem kurz danach auftauchenden Jungbauern gegenüber bemängelte er etwas angenervt allerdings, dass dieser Auftrag nun wirklich seine ganze Geduld und Kraft gekostet hätte, weil das Tier alles andere als gehorsam gewesen sei. Der Angesprochene war verwundert und schaute in die Box hinein und ihm entfuhr sofort ein ehrfürchtiges "Mein Gott !!" - Der Bodybuilder war zuerst besorgt, dann bekam er selber weiche Knie, als der Jungbauer ihn darauf hinwies, dass er nicht nur irgendein falscher Tier in die Box gebracht, sondern dies unter absoluter Lebensgefahr gemacht hatte! Er hatte den schwersten und agressivsten Bullen des Hofes bezwungen und hatte keine Ahnung.

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