Die Übungen mit Farbe (s.
Kleines Hypnosetraining I) stellen so genannte „positive Halluzinationen“ dar. Dabei geht es darum, sich etwas objektiv nicht Vorhandenes als vorhanden vorzustellen, und zwar so genau und intensiv wie möglich. Natürlich sind die Farbübungen nur ein erster Schritt. Weitere Schritte könnten z.B. sein, sich ein Fahrrad, ein Haus oder ein Flugzeug vorzustellen, von außen, von innen, wie man sich hindurchbewegt und wie es ist, es zu benutzen u.s.w..
„Negative Halluzinationen“ funktionieren genau andersherum, indem man etwas wegdenkt, was real, also objektiv vorhanden ist. Darauf möchte ich heute eingehen. Wichtig ist so eine Fähigkeit dann, wenn etwas ganz real und irgendwie auf uns ausgerichtet ist, uns also berührt, evtl. unmittelbar bedroht oder erfreut. Damit man sich auf angenehme und ganz praktische Art in so eine Erfahrung hineinbegeben kann, und hier spreche ich wieder vor allem Ihre Kinder an, hatte ich mir vor langer Zeit eine Übung ausgedacht, die Spaß macht und überprüfbar ist: Das Kitzeln. Und das geht so:
Wenn Ihr Kind z.B. an Hals kitzelig ist (oder Fuß oder Bauch), dann kitzeln Sie da kurz, aber zwei- oder dreimal hintereinander, jeweils mit einer kurzen Pause dazwischen. Dann fordern Sie ihr Kind auf, irgendwie zu versuchen, beim Gekitzelt-Werden nicht mehr kitzelig zu sein. Das gelingt am Leichtesten, wenn Sie erstens Mut machen („Du schaffst das!“), zweitens Ihr Kind sich das Ergebnis als gelungen vorstellt (erlebt sich als „unkitzelbar“ trotz Berührung) und drittens, wenn Sie ihrem Kind vor jedem Versuch Zeit zur inneren Konzentration einräumen und den Test erst durchführen, wenn Ihr Kind ein Zeichen gibt (Nicken, Handheben o.ä.). Denken Sie bitte nach erfolgreichem Abschluss dieser Übung daran, Ihr Kind für seinen festen Willen, seine Konzentrationsfähigkeit und sein Vorstellungsvermögen zu loben! Und wenn Sie möchten, können Sie noch andeuten, dass diese Fähigkeiten der Schlüssel für weiteres, wichtiges Können sein wird.
Viel Spaß zusammen! Â