Archiv für: März 2008

28.03.08

Wichtige Mitteilung!

Leider bin ich aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen, den Vortrag am 29. März zu verschieben. Das neue Datum werde ich dann sowohl hier als auch bei dem Seminarraum Lebensquelle bekanntgeben.

Ich entschuldige mich für die kurzfristige Meldung und hoffe dennoch auf Ihr zahlreiches Kommen am neuen Termin (voraussichtlich zwischen dem 11.04. und 18.04).

    Bereits bekannter Flyer zum Vortrag: hier klicken (pdf-Datei)

25.03.08

Spiegel-Geschichte Nr. 8: "Tag der Ameise"

Gabi ist jetzt 50. Sie hat seit 20 Jahren einen kleinen Lebensmittel-Laden im Dorf. Da verkauft sie alles, was man so braucht, und was sie nicht rechtzeitig los wird, wird von ihr gelegentlich wegen Überalterung raus genommen. Dies aber nur, wenn es gar nicht anders geht – wegen dem Verlust. Denn obwohl Gabi den einzigen Lebensmittel-Laden im Dorf hat, ist der Verdienst überaus klein und manchmal bleibt gar nichts übrig. Was Gabi aber seit geraumer Zeit bleibt, ist eine ständige Bedrohung ihrer Gesundheit: Immer kränkelt sie – Muskelschmerzen, Nackensteifigkeit, Migräne, rheumatische Gelenkschmerzen, Bauchweh und so fort. Und obwohl sie selbst oft über mangelnde Bewegung klagt, ist sie innerlich ständig in Aufruhr, im richtigen Stress! Sie weiß seit Jahren, dass es so nicht weitergeht, will es aber nicht akzeptieren und außerdem fällt ihr (deshalb ??) keine Lösung oder Alternative ein. Ihre wirtschaftliche und körperliche Bewegungsfreiheit tendiert schon lange deutlich in Richtung Null, eigentlich ihr ganzes Denken und ihr ganzes Leben. Ratschläge will sie auch keine mehr hören, weil die Lösung „sowieso nur mit Geld“ zu finden wäre.

Ja, wenn da nicht dieser Film über Ameisen gewesen wäre. Irgendwas Dokumentarisches war das im Fernsehen. Und eine Szene war für sie absolut faszinierend gewesen: Zwei, drei dieser Tierchen waren auf einem Blatt gefangen und suchten einen Weg, da weg zu kommen. Ihre Lage war hoffnungslos, aber die Ameisen liefen ständig hin und her, hin und her, und prüften nach und nach ALLE Möglichkeiten. Manche sogar viele Male – und fanden einen Weg.

Gabi hat an diesem Abend lange geweint. Und verstanden.

14.03.08

Ein Ärgernis verblüfft

Vor zwei Tagen habe ich mich wegen eines eher nichtigen Anlasses ziemlich geärgert. Nach etwa 10 Minuten wurde mir endlich klar, was da in mir vorging:

In meiner „Bewusstseinsmitte“ war allein der Ärger, alles andere rundherum war fast gänzlich ausgeblendet – ich befand mich in einem hypnotischen Zustand! Der löste sich allerdings schnell nach dieser Erkenntnis wieder auf, vor allem, weil ich über den Auslöser dieser Hypnose lächeln musste: Ich war völlig unerwartet „geblitzt“ worden. Wo Schrittgeschwindigkeit verlangt war, bin ich mit 20 Sachen reingejagt. Die Folge davon war eine „Blitz-Hypnose“.

06.03.08

Kommunikation als Machtmittel

Hypnose ist sehr vielseitig. Einen weiteren Beweis dafür sehe ich in der Tatsache, dass Hypnose das Bewusstsein eines Anwenders hervorragend für angemessen bewusste Kommunikation trainiert. Dieser Nebeneffekt könnte in allen Berufs- und Lebensbereichen starke Verbesserungen bewirken. Ein gutes Beispiel fand ich hierzu in der ZEIT vom 17.01.2008:
In einem Kurzinterview von Jana Schlütter erzählt Tim Peters von aufgenommenen Arzt-Patienten-Gespräche, die er für seine Examensarbeit auswertete. Er kommt dabei zum Schluss, dass Ärzte “… sprachliche Machtmittel nutzen, um ihre Vorstellungen gegenüber den Patienten durchzusetzen.“ Und er resümiert dahingehend, dass “… dahinter nicht nur Gedankenlosigkeit, sondern auch bewusste Machtausübung steckt.“ Man muss allerdings darauf hinweisen, dass diese Gesprächsauswertungen durch ihre geringe Anzahl nicht repräsentativ sind. Immerhin flossen nur 25 Aufnahmen in die Auswertung ein.
Weiter meint Tim Peters: „Solche Mechanismen kann man überall beobachten, wo Status- und Wissensunterschiede bestehen.“ Dies ist ein schöner Beweis für völlig unbefriedigende Kommunikation. Denn hierbei wird auf unflexible, gewohnheitsmäßige Weise kommuniziert, viel zu unbewusst und viel zu selten hinterfragt – und zwar auf beiden Seiten. So frage ich, ob Status- und Wissensunterschiede allgemein akzeptable Gründe für ein solches Verhalten sein dürften. Das wohl sicher nicht, aber sie verführen sehr leicht dazu. Im Ausnahmefall gibt es sicher Situationen, in denen diese Konstellation richtig ist.
Wenn man aber für beide Seiten das Beste will, muss man anders vorgehen. Beide Seiten haben dabei nichts zu verlieren. Nicht umsonst kursiert z.B. im Verkaufsbereich das offene Geheimnis, dass die Kenntnis des Käuferprofils für einen Verkaufserfolg entscheidend ist. Dieses ist ja nichts anderes als die Individualisierung möglicher Kunden. Dadurch rücken die Verkäufer möglichst nah an die Käufer heran und stellen sich möglichst gut auf diese ein – und der Erfolg gibt ihnen Recht. Deshalb haben solche Daten auch einen hohen finanziellen Wert. Allerdings kann dies ein subtiles Machtmittel werden.
Eine solche Machtausübung kann aber relativ leicht ausgehebelt werden: Durch bewusste Wahrnehmung und beharrliche Selbsttreue. Hier leistet Hypnose wirklich Vorbildliches durch ihr gutes Bewusstseinstraining. In dem oben angesprochenen Artikel handelte Tim Peters (und Freunde) denn auch sehr bewusst und selbstbewusst gegen die ärztliche Machtausübung. Er schließt mit dem Satz: „Da haben die Ärzte aber sehr irritiert reagiert.“

Mein Fazit: Hypnose fördert eine bessere Kommunikation, spart Zeit und garantiert mehr Effektivität im respektvollen Umgang mit unseren Mitmenschen.

03.03.08

Herzliche Einladung!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Am 29. März werde ich in Mössingen einen Vortrag über Hypnose und ihre Anwendungsmöglichkeiten halten. Besonderer Schwerpunkt hierbei wird die Anwendung im Alltag sein. Mein Vortrag gliedert sich in einen sowohl theoretisch, als auch praktisch erläuterten Teil. Themen des Vortrags sind u.a. Hypnose und ihre Arten, unser Bewusstsein und seine Aufmerksamkeit, das menschliche Potential, Selbstbild und der Umgang mit alltäglichen Situationen in Beruf und Schule.

Für weitere Infos:  Flyer zum Vortrag (pdf-Datei)


Ich würde mich über Ihr Kommen sehr freuen!

Ericksons Fallbeispiel

„Ähnlich ist der Fall der Geigerin gelagert, die in zugewiesenen Zeitabschnitten von zehn Sekunden subjektiv erlebte, dass sie zahlreiche Kompositionen spielte und dieses Üben Auswirkungen auf ihr Spiel hatte, wie von einem kompetenten Kritiker bestätigt wurde. In der Folge dieser Studie machte sie von ihrer “besonderen persönlichen Zeit“ Gebrauch, um subjektiv zu erleben, wie sie eine schwierige, lange vergessene Komposition probte und sie dann in der Wirklichkeit erfolgreich aus den Gedächtnis spielte, obwohl sie die Noten des Stückes seit Jahren nicht gesehen hatte.
In diesem Zusammenhang lässt sich über die Rolle motorischer Abläufe beim mentalen Lernen spekulieren, denn die Geigerin erlebte subjektiv den gesamten Prozess des Geigenspielens, das Studieren und das Einprägen der Noten untätig auf den Rücken liegend, und dennoch bewies sie die Auswirkungen wirklichen Übens.“ (aus den Gesammelten Schriften, Band 3, Seite 367)

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