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Hypnose Blog |
Die besten Gelegenheiten, um eine Selbsthypnose aufzubauen und anzuwenden, sind laut Erickson die Momente des Einschlafens oder Aufwachens bzw. Tagträumens. In diesen Übergangssituationen kann jeder beliebig und spielerisch Selbst-Erforschung betreiben. Da Trance die üblichen Grenzen aufhebt, kann hier jeder Neues und bisher Unentdecktes seiner Persönlichkeit finden.
Bei den meisten Selbsthypnose-Anleitungen wird man aufgefordert, es sich bequem zu machen und seine Aufmerksamkeit innerlich oder äußerlich zu konzentrieren etc. Nicht so Erickson: Er bestand darauf, dass man so tief in Trance gehen sollte, wie man es sich selber wünscht. Aber: „Wenn ich Leute in Selbsthypnose unterrichte, sage ich ihnen, dass ihr Unbewusstes die Zeit, den Ort und die Gelegenheit auswählen wird, die dann gewöhnlich sehr viel günstiger sind, als wenn Sie dies bewusst bestimmen würden“. Im Weiteren gibt er genauere Anleitungen: „Jedes Mal wenn man in Trance geht, muss man auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein […] z.B. ich habe den Gedanken: Ich wäre gern den Schmerz los. Das reicht schon.“ Erickson bestand darauf, dass ganz allgemein gehaltene Anweisungen ausreichen. So sollte dem Unbewussten alles Weitere vertrauensvoll überlassen werden.
Ich habe selber gute Erfahrungen mit beiden Vorgehensweisen erlebt. Beim Erickson´schen Vorgehen hatte ich auch typische Erfolge mit Amnesie. Mit der anderen Methode konnte ich sehr genau meine eigene Trance steuern und schwankte sogar zwischen der Empfindung, ob ich wach bin oder in Trance. Hier denke ich, dass die momentan vorherrschende, persönliche Neigung den Ausschlag geben sollte, welchen Weg man wählt.
Wenn jemand seine eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet darstellen möchte, so können Sie einfach einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich!
Vor einigen Monaten besuchte ich eine Gruppe von Interessierten, die mehr über Hypnose und Trance wissen wollten. Ein Mann von ihnen meinte, er wolle „endlich mal“ Hypnose erleben. Ich bemerkte sofort, dass er in dieser Hinsicht auch große Erwartungen besaß. Da ich selber wissen wollte, welcher Art seine Erwartungen entsprachen, ließ ich ihn frei wählen. Er entschied sich für das erneute Durchleben einer früheren, ausgedehnten Reise durch Finnland und war selbst überrascht, weil er an diese Reise etliche Jahre nicht mehr gedacht hatte.
Nach kurzer Einleitung ging er augenblicklich in eine intensive Trance und stand nur noch mit mir in Rapport. Die anderen Anwesenden mochten miteinander diskutieren oder sich mit normaler Lautstärke bewegen – er durchlebte seine Reise. Selbstverständlich wirkte ich darauf hin, dass die Reise für ihn nicht nur ein Genuss sei, sondern ihm auch neue, wichtige, interessante und teilweise überraschende Erkenntnisse ermögliche. Dafür gab ich ihm einen Zeitrahmen von zehn bis fünfzehn Minuten. Aus der Trance zurück brauchte er ein paar Minuten für die Neuorientierung und gab zu, dass er gerne noch viel länger „dort“ geblieben wäre. Später berichtete er den anderen, staunenden Anwesenden, dass er die Reise von damals, vor 30 Jahren, noch einmal vollständig durchlebt hätte, allerdings noch viel intensiver als sie in Wirklichkeit war. Und er betonte, dass er nicht über alles reden wolle, weil er Manches für sich behalten wolle, aber auch Einiges erst verarbeiten müsse.
Nach seinen Beschreibungen entstand eine lebhafte Diskussion, in der die Frage auf kam, ob denn Hypnose nicht einfach nur ein Sich-Erinnern sei. Meine Meinung dazu: Erinnerungen, Erfahrungen etc. müssen sicher als Ausgangsbasis der meisten Induktionen angesehen werden (für mich auch wieder ein Beweis der hypnotischen Wirkung des Materiellen). Es gibt aber auch Erfahrungen während einer Hypnose, die völlig neu und scheinbar ohne Zusammenhang daherkommen (vgl. Gesammelte Schriften von Erickson, Bd. 1, Seite 190: „Es war das Abgehobenste, wozu ich je in der Lage war.“).
Am Montag veröffentlichte der Daily Telegraph eine kleine Zusammenstellung, die die Hauptmerkmale vom Denken mit der linken bzw. rechten Gehirnhälfte vergleicht. Daneben sieht man eine sich drehende Frauengestalt: Dreht sie sich im Uhrzeigersinn, denken Sie gerade eher mit der rechten Gehirnhälfte. Nach ein paar eigenen Versuchen drehte sich die Figur für mich mal so, dann nach Sekundenbruchteilen wieder so herum. Gleichschnell ist es möglich, vom wachbewussten in den entspannten (Trance-)Zustand zu gelangen. Je nach Person verhält es sich hierbei natürlich anders, mit welcher Methode es am besten erreicht werden kann.
Manche Tage wollen einfach nicht vorübergehen, andere bedeuten für uns Stress oder fordern von uns Hast und große Eile. Es gibt aber auch Menschen, die ihren Tag scheinbar mühelos, entspannt und sogar produktiv (würde ich es nennen) verwenden. Ein einfacher Trick gegen Hast oder Stress ist, sich den nächsten Tag einfach im Voraus zu denken. Machen Sie den Test einmal selbst (oder sogar immer wieder, wenn Sie den Erfolg für sich entdecken):
Die beste Tageszeit für unser kleines Experiment ist die Zeit vor Ihrem Einschlafen. Wenn Sie sich ins Bett legen, seien Sie sich sicher, dass Sie ab jetzt hervorragend entspannen werden. Atmen Sie ein paar Male tief aus und ein. Machen Sie es sich bequem. Denken Sie nun zunächst an all die guten Dinge, die Sie an diesem Tag erlebt haben, egal ob es ein Witz war oder eine warme Umarmung. Sagen Sie sich dabei, dass genauso schöne Momente auch morgen geschehen werden und dass Sie selbst entspannt, fröhlich und ehrgeizig sein werden. Sie können das sooft zu sich selber sagen, wie Sie wollen. Hauptsache, Sie befinden sich dabei in einem Zustand der Entspannung (also kurz vor einer Trance). Damit Ihre Suggestionen auch ihre völlige Wirkung entfalten können, suggerieren Sie sich selbst Bilder , die den morgigen Tag in hellen Farben und guten Gefühlen darstellen. Zum Beispiel sagen Sie sich, dass morgen Ihre Enkelin zu Besuch kommt und mit einem herzlich warmen Lächeln Ihnen entgegen läuft. Genießen Sie jedes Bild und machen Sie sich klar, dass der zukünftige Tag genauso wundervoll werden wird, wie Sie es jetzt schon innerlich erleben.
Viel Spaß beim Experimentieren!
"Meine Stärken sind meine Schwächen - meine Schwächen sind meine Stärken"
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