Archiv für: Juni 2007

29.06.07

Alltagstrance als Mini-Regeneration

Wie von mir schon hier und da angedeutet, nehme ich an, dass die spontane Alltagstrance von der Natur aus guten Gründen eingerichtet wurde. Allerdings ist sie schwer zu fassen, denn sie tritt meist unvorhergesehen auf und ist oft von kürzerer, doch unterschiedlicher Dauer. Dabei können die Inhalte völlig zufällig, also beliebig sein. Lediglich das äußere Erscheinungsbild von in Alltagstrance befindlichen Menschen ähnelt sich: da verharren die Betroffenen plötzlich in irgendeiner, meist entspannten Haltung, die Augenlider bewegen sich kaum, die Augen sind in weite Ferne gerichtet, also defokussiert, die Gesichtszüge sind entspannt und glatt und die Atmung geht meist langsam und tief.

Dieser Zustand ist kein Zeichen von Schlafmangel, sondern ein Zeichen von dem Bedürfnis, wenigstens einmal einen Moment lang ganz "abschalten" zu können. Da dieses Bedürfnis zwar da ist, aber noch nicht derart dringend ist, dass es mit Nachdruck auch bewusst würde, bleibt es unerkannt und folglich unbewusst. Und, obwohl man diesen Umstand gerne ehr als Bagatelle abtun möchte, ist es unserem Unbewussten doch wichtig genug, da in Kürze Abhilfe schaffen zu wollen!

Die eigentlichen Gründe kann ich nur vermuten: Vielleicht können sich unsere Sinne nach so einer kurzen Auszeit wieder besser auf die äußeren Gegebenheiten einstellen oder irgendwelchen zu hohen oder zu niedrigen Potentialen soll dadurch die Spitze genommen werden. Es muss aber eine Art innerer Selbstschutz sein, der dann am besten funktioniert, wenn er von einem "minimal-energetischen Körperzustand", wie ich es nennen möchte, begleitet wird. Vermutlich können dann Körper, Geist und Seele besser miteinander in Beziehung und Ausgleich treten?

Wenn ich Menschen in meiner Umgebung auf dieses Thema angesprochen habe, schien ihnen dieses Geschehen nicht erwähnenswert. Meine Beobachtungen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass Alltagstrance viel häufiger passiert, als allgemein angenommen wird.

26.06.07

Über Aufmerksamkeit, Moskitos und Bremsen

Allgemein werden Blut saugende Insekten wie Moskitos (Stechmücken) und Bremsen als höchst lästige und teilweise gesundheitsschädliche Lebewesen angesehen. Meist bemerkt man diese Plagegeister erst, wenn man von ihnen angezapft, also gestochen wurde. Um sie davon möglichst frühzeitig abhalten zu können, schlagen die meisten Menschen sofort nach ihnen, wenn sie diese Tierchen kommen sehen. Treffen allerdings lassen sie sich selten. Ich war da eigentlich auch keine Ausnahme, bis ich durch reine Neugier dazu verleitet wurde, einmal genauer hinzusehen. Dabei passierte Folgendes:

Eines Abends saß ich im kurzärmeligen T-Shirt an einem kleinen Tisch im Lichtkegel einer Lampe und las. Es war warm und ich schwitzte. Schon bald bekam ich Besuch von einer Mücke, die unaufhörlich versuchte, auf einem meiner Arme zu landen. Irgendwann gab ich auf und lies die Landung zu. In dem hellen Lichtschein konnte ich nun beobachten, wie die Mücke ganz sanft mit ihren supergefederten Beinen aufsetzte und eine kurze Zeit an gleicher Stelle reglos verharrte. Nachdem von ihr keine Einwände meinerseits bemerkt wurden, bewegte sich die Mücke an ihrem Platz ein wenig hin und her, als suche sie eine geeignete Stelle für ihr Vorhaben. Dann endlich beugte sie sich mit ihrem Oberkörper nach unten und setzte zum Stich an. Instinktiv hatte ich aber genau in diesem Moment meine andere Hand in Position gebracht und den Blutsauger einfach weggeschnippt.
Was mich danach besonders gewundert hatte war, dass die Mücke meine Hand überhaupt nicht beachtet hatte oder nicht beachten konnte. Natürlich ging ich zunächst davon aus, dass ich einfach nur Glück gehabt hatte, aber nach inzwischen acht solcher Beobachtungen, die sich alle gleichen, denke ich anders darüber. Meines Erachtens haben Mücken auch nur eine begrenzte Aufmerksamkeit, die beim Ansetzen zum Stich voll in Anspruch genommen ist! Gleiches habe ich auch bei Bremsen erfahren, nur suchen die nicht lange nach der geeigneten Stelle, sondern arbeiten einfach da, wo sie gerade gelandet sind. Aber auch die „ warten“ erst einen Moment, vielleicht sind das sogar innere Umstellungsprobleme?
 
Übrigens: Stubenfliegen funktionieren anders, sind ja auch keine Blutsauger. Weiß jemand, wie die in solchen Fällen zu kriegen sind?

22.06.07

Thesen zu Hypnose, zum Bewusstsein und Unbewussten

Unbewusstes und Bewusstsein sind ein Ganzes. Dabei stelle ich mir vor, dass das Bewusstsein ein kleineres, nach allen Seiten hin begrenztes Gebiet ist, welches nur einseitig, d.h. vom Unbewussten her, durchlässig zu sein scheint. Dieser Umstand erweckt den Eindruck, dass das Unbewusste „der BOSS“ ist, die unumschränkte Basis.

Das Unbewusste ist von seiner Anlage her grenzenlos. Es bildet im einzelnen Menschen ein individuelles Persönlichkeits-Muster durch Schwerpunktbildungen und Querverbindungen, wobei gewisse Faktoren eine Rolle spielen können, wie z.B. erbliche Dispositionen, seelische Vorgaben und Erfahrungen. Es hat seine eigene Intelligenz, die logischen oder unlogischen Interessen folgen kann. Das Unbewusste reguliert bekanntermaßen alle lebenswichtigen Körperabläufe, m.E. aber auch das Bewusstsein und alle damit zusammenhängenden Abläufe, Aktionen etc. Letzteres kann auch durch gewährte Freiräume geschehen, in denen tatsächlich bewusste und „eigenverantwortliche“ Entscheidungen möglich sind, allerdings auch nur entsprechend der Ausgestaltung des Bewusstseins. So ist das Bewusstsein mit Übung sogar in der Lage, aus seinem Freiraum heraus da aktiv zu werden, wo sonst das Unbewusste die Leitung hat (z.B. bewusstes Träumen, Selbststeuerung in Trance oder Beeinflussung „autonomer“ Körperabläufe durch Meditation). Naturgemäß greift das Unbewusste allerdings auch gerne unbemerkt ein. Diese These kann ein bisschen unangenehm sein und Unsicherheit produzieren, wissenschaftlich gewiss unerfreulich, weil es dadurch schwer festleg- und reproduzierbar ist. Hinzu kommt, dass offensichtlich verschiedene Energien im menschlichen Körper zirkulieren, um die Basis für das Leben bereitzustellen. Hierzu braucht man nur auf das System der Traditionell-Chinesischen-Medizin schauen, welches jahrtausend alte Beobachtungen und Erfahrungen in sich birgt und mehrere Energien unterscheidet. Davon dürfte die Akupunktur die im Westen z.Zt. bekannteste Energie lenkende Methode sein. Bemerkenswert finde ich dabei, dass viele Energiebahn-Punkte gleichzeitig den Körper, die Psyche und das Bewusstsein beeinflussen!
Dies lässt mich behaupten, dass über die jeweils aktuell zur Verfügung stehende Energiemenge auch die Intensität des Bewusstseins beeinflusst werden kann. Nach alledem bin ich davon überzeugt, das jede Hypnose-Induktion vom Unbewussten beurteilt und nach dessen Belieben beantwortet wird, indem es entweder Trance zulässt, oder sogar ohne Trance tief greifende Reaktionen veranlasst. Ich habe schon mehrfach erfahren, aber auch andere, dass bei einigen Induktionen etwas Seltsames, schwer in Worte zu Fassendes „in Bewegung“kam, ohne jedoch eine Trance aufgebaut zu haben.

Das Bewusstsein ist nach allen Seiten hin begrenzt und stellt in seiner Art u.A. einen logisch-rationalen Filter dar, welcher mit einer begrenzten Geschwindigkeit und Genauigkeit arbeitet. Das Bewusstsein entsteht m.E. dadurch, dass dem ICH ein "Spiegel“ vorgehalten wird und ständig eine innere Stimme bestätigt, was gerade im Moment passiert. Letzteres ist als „Innerer Dialog“ bekannt. Nebenbei gesagt kann dieser Innere Dialog auch Informationen aller unserer Sinne transportieren. Ferner halte ich es für dynamisch und flexibel. Gleichzeitig bilden diese Vorgänge einen „Schutzwall“ gegen das Unbewusste, gewissermaßen bei ständiger Erneuerung dieser Grenze, um besser über sich selbst klar zu werden. Seine Methode der logisch-rationalen Organisation und Beurteilung stellt auch eine Form von Selbsterhaltung und Abgrenzung gegenüber dem Intuitiv-Unbegrenzten des Unbewussten dar. Der Innere Dialog ist ebenfalls dynamisch und flexibel und kann durch äußere Geschehen ersetzt werden, d.h. anderes kann an seine Stelle treten und Wirkungen auslösen. Genau dies scheint im Falle der Hypnose zu passieren. Der Umstand, dass Sympathie, Vertrauen, Freundlichkeit, ja sogar Schmeicheleien gut dabei ankommen, zeigt allerdings, weil es sich hier um Gefühls ansprechende Vorgänge handelt, dass dabei das Unbewusste anvisiert wird. Darin sehe ich einen Beweis, dass der innere Dialog vom Unbewussten bereitgestellt wird!

Das Werkzeug des Bewusstseins ist die Aufmerksamkeit. Sie ist sehr flexibel und ein Teil des Inneren Dialogs. Sie richtet sich nach Notwendigkeit, Interesse, Wille, Vertrauen und Neigung (etc.). Weil sie wie ein Vergrößerungsglas wirkt, ist sie noch beschränkter als das Bewusstsein, gleichzeitig aber genauer. Die Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Bewusstsein des Menschen und seines Unbewussten. Deshalb richten sich darauf auch alle Methoden von Meditationen und anderen Selbstfindungs-Methoden aus. In der Hypnose wird die beste Wirkung dann erzielt, wenn die Aufmerksamkeit vollständig eingebunden wird. Im Alltag ist die Aufmerksamkeit meistens auf verschiedene Objekte gleichzeitig ausgerichtet. Wenn man sich hingegen äußerer Einflüsse erwehren will, ist die Aufmerksamkeit zwar reduziert, aber noch vorhanden. Dies würde erklären, warum auch schlechte Einflüsse Wirkungen erzielen (Traumata etc.).

Hypnose und Meditation nehmen zwischen Bewusstsein und Unbewussten eine Zwischenposition ein. Die Meditation bewirkt durch bestimmte Techniken die Aufhebung des schützenden und trennenden Logik-Walls. Dadurch geht das Bewusstsein jedoch nicht verloren, sondern es tritt eine Einbettung und Verschmelzung mit dem Unbewussten ein. Meditation wird durch eine mäßig intensive Trance vorangetrieben, wobei das Bewusstsein auf ein Minimum reduziert wird. In der Hypnose dagegen kann das Bewusstsein ganz aufgehoben werden, was bei Selbsthypnose die bekannten Schwierigkeiten auslöst.

Ich würde mich über Rückmeldung sehr freuen. Schreiben Sie doch einfach Ihre Meinung als Kommentar.
 

20.06.07

Gelesene Hypnose

Gut geschriebene Bücher, etwa Romane, Reiseberichte oder auch Gedichte, können Millionenauflagen erreichen. Und dass, obwohl wir im Informationszeitalter und in einer Zeit der nie gekannten elektronischen Informationsübermittlung leben. Wie
passt das zusammen?

Meines Erachtens haben Bücher ein paar Vorteile, die kein anderes Medium hat: Nicht umsonst sagt man: “Papier ist geduldig“ - soll heißen, man kann ein Buch z.B. bequem überall mit hinnehmen, kann es jederzeit zu lesen beginnen oder aufhören, kann Bemerkungen rein schreiben, und zwar da, wo sie hingehören, kann (ganz übel!) Seiten rausreißen, ist nicht auf Strom angewiesen, sodass heimliches Lesen verbotener Texte wirklich eher heimlich passieren kann und die Informationsaufnahme ist nicht an Sendezeiten, Sender o.ä. gebunden. Das Wichtigste aber ist, wie mir scheint, dass Bücher dazu einladen, immer wieder mal reinzuschauen, „vorbei zusehen“ wie bei einem guten Freund.

Dadurch, und nur dadurch, können sich die Inhalte entfalten und zur Wirkung kommen! Und das bedeutet, man kann sich bis in die letzten Winkel des Buches hineinbegeben, es genussvoll er-leben und durch-leben und fürs Leben bereichert das Buch eines Tages weglegen. Auf diese Art, möchte ich behaupten, wirkt kein anderes Informationsmedium, auch kein Film, denn dazu müsste man ihn anhalten und in jeder beliebigen Szene ausleben können. Aber vielleicht kommt dass ja noch durch holografische Filme (wenn das überhaupt möglich ist)?

Gute Bücher sind ganz sicher gelesene Hypnose, die einen jederzeit nach Wunsch aus dem (tristen?) Alltag in eine andere, konkret ausgestaltete Welt hineinbringt. Diese andere Welt findet im Leser statt, nicht vor dem Leser, wie beim Film und Fernsehen.

Ist es Ihnen auch schon so gegangen? Welches Buch ließ Sie eine andere Welt entdecken?

18.06.07

Realität und Hypnose

Jeder Mensch lebt in seiner Realität, also gibt es so viele Realitäten, wie es Menschen gibt. Und Menschen leben auch immer wieder in hypnotischen Welten, sodass auch hypnotische Wirklichkeiten Realität sein können - wie die Hypnose an sich beweist.

17.06.07

Den eigenen Selbstwert steigern

Wie ich hier und da im Blog schon habe anklingen lassen, richtet sich die Reaktion Ihrer Umwelt danach, was Sie von sich selbst halten. Anders ausgedrückt: Ihre Umwelt zeigt Ihnen durch die Reaktionen auf Sie, welchen Selbstwert Sie sich selber einräumen. Ihre Mitmenschen folgen in dieser Hinsicht also ihrem eigenen, inneren Beispiel. Dass dies keine leeren Worte sind, kann jeder Leser leicht testen, indem er seinen Selbstwert feststellt und zum Optimalen hin verändert.

Wie macht man das? Es geht ganz einfach:
Stellen Sie sich innerlich dazu eine Skala vor (evtl. mit geschlossenen Augen), die z.B. von 0 bis 100 Prozent in kleinen Schritten geht. Bitten Sie vertrauensvoll nach innen um einen deutlichen Hinweis, wo ihr momentaner Selbstwert sich befindet. Was sie dann wahrnehmen können, ist ihr momentaner Selbstwert, der aber vermutlich schon länger besteht. Nur Sie wussten es bis jetzt nicht. Und nun, wenn dieser Wert noch nicht bei 100 Prozent steht, vertrauen Sie sich wiederum und sagen Sie nach innen, dass nun der Selbstwert auf 100 Prozent angehoben werden soll. Um diese Veränderung vollständig erfahren zu können, sollten Sie sich nach innen ganz öffnen und den Auswirkungen ganz nachempfinden. Sie werden feststellen, dass da ein wohltuender Unterschied ist.
 
Jetzt, wo ihr Selbstwert Ihnen viel besser zugänglich ist, sollten Sie immer wieder durch gelegentliche Tests dafür sorgen, dass er möglichst oft auf 100 Prozent steht. Gerade auch bei schwierigen Lebenssituationen! Denn Ihren Selbstwert können sie völlig unabhängig von allem Äußerem „oben“ halten! Das bringt Ihnen Gelassenheit und Kraft, das ganze Leben.

Übrigens, mit diesem Vorgehen wenden Sie Hypnose im Alltag an.
 

12.06.07

Ist Trance für Hypnose notwendig?

Ich bin jedes Mal überrascht, wie wertvoll doch ein Gespräch sein kann. So war ich gestern, am 11.06.07, in eben ein solches Gespräch mit meiner Tochter Anna (19) vertieft. Sie stand mir häufig bei Problemfragen und Hypnose-Sitzungen hilfreich zur Seite, so hat auch sie einen guten Wissensstand, was Hypnose und Trance angeht.

Unser Gespräch entwickelte sich dahin, dass Anna interessiert fragte: „Was genau machst du eigentlich, dass ich allein durch Sprache in Hypnose versetzt werde? Mach mal ein Beispiel.“ Da wir gemütlich am Wohnzimmertisch saßen und es bereits in die Abendstunden ging, hatte meine Tochter einen Teller mit Essen vor sich stehen und auch ein Glas Saft. „Ich weiß, dass bestimmte Elemente beachtet werden müssen, um so eine Wirkung auszulösen.“, meinte ich. „Ich zeig´s dir mal.“

„Ein wichtiger Punkt ist deine Aufmerksamkeit. Die muss gefangen und auf mich ausgerichtet werden. Am Besten geht das, wenn du das, was der andere gerade macht, mit eigenen Worten wiedergibst. Zum Beispiel bei dir wäre es jetzt so, dass du ja gerade am Tisch auf einem Stuhl sitzt, einen Teller voller Essen vor dir hast und jetzt gerade mit der Gabel etwas davon zum Mund führst.“ – Anna lächelt und schaut mich an – „Das ist die berühmte Ja-Haltung. Wenn ich mehrere Punkte aufgezählt habe, die du innerlich bestätigen konntest, dann wirst du automatisch aufmerksamer und offener. Ich kann auch noch weiter gehen und behaupten, dass du selbst beim Essen alles, was ich sage, genau mitbekommst.“ – Anna nickte mit einem breiten Grinsen – „Und jetzt möchte ich, dass du nur noch meine Stimme hören kannst und alles andere unwichtig ist.“ – Anna kann nicht mehr essen und windet sich auf dem Stuhl, ausgelöst durch ein intensives Wohlgefühl.

Hinterher befragte ich meine Tochter nach ihren Gefühlen, die sie dabei empfunden hatte. Ich war selbst sehr interessiert, da dies keine Trance gewesen war (sonst hätte Anna nicht so aktiv reagiert, gelächelt, mit mir normal weiter gesprochen und gegessen). Sie selber hatte den Eindruck, dass durch die anfängliche „Bestätigung“ ihres Handelns eine ungeahnte Freude in ihr aufstieg. So sei auch ihre eigene Aufmerksamkeit näher an das Geschehen heran gerückt. Und diese ungewöhnliche Nähe löste bei ihr sehr intensive und eigenartige Gefühle aus, die für sie schlecht zu beschreiben waren. Allerdings betonte sie mehrmals, dass sie aus eigener Erfahrung meinen könnte, in keiner Trance gewesen zu sein – ihr Bewusstsein war klar und wach. Bei der Lenkung ihrer Aufmerksamkeit auf meine Stimme schließlich kam ein völlig neues Phänomen zutage: Anna fühlte, wie „etwas Dumpfes, Ruhiges oder Warmes“ sich plötzlich in ihr bewegte und ruckartig sich in die Richtung meiner Stimme ausrichtete, begleitet von dem Gefühl kindlicher Vorfreude und reinem Interesse.

Auch nach ersten Überlegungen bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ein hypnotischer Zustand nicht zwingend an eine Trance gebunden ist. Reine Hypnose bezieht sich viel eher auf das Thema Aufmerksamkeit, wohingegen eine Trance eher auf Entspannung und Tiefe abzielt. Auch das parallele Auftreten von Bewusstsein und Unbewusstem beweist, dass für eine gelungene Hypnose das Bewusstsein nicht zur Seite gedrängt, oder das Unbewusste „ausgegraben“ werden muss.

Selbstverständlich ist auch hier die Forschung noch längst nicht abgeschlossen! Ich sehe hier auch wichtige Verbindungen zum „inneren Dialog“. Später mehr davon.

10.06.07

Raub mit hypnotischem Trick?

Wie am vergangenen Freitag (08.06.07) auf diepresse.com gemeldet wurde, soll am Abend zuvor eine Kioskbesitzerin von einer Frau mit Kind hypnotisiert und anschließend beraubt worden sein. Der Artikel kann hier nachgelesen werden.

Der Fall ist interessant und ziemlich ungewöhnlich:
Sicherlich wirkte die äußere Situation so harmlos, dass die Betroffene weder an Hypnose dachte, noch an einen Raubüberfall. Das Opfer ließ sich auf ein gewöhnliches Gespräch ein und bemerkte natürlich nicht die suggestiven Elemente in den Worten. Damit die hypnotische Wirkung voll zum Tragen kommen konnte, mag das Gespräch sicher länger verlaufen sein. Ob am Ende tatsächlich noch ein grüner Faden mit geheimnisvollen Knoten nötig war, oder ob das nicht bereits eine positive Halluzination war, kann ich nur vermuten.

Professionell war die ganze Aktion dennoch nicht, da die Beraubte sich sowohl an die Frau mit Kind, das Gespräch, als auch an den Faden erinnern konnte. Daher erscheint mir dieser Vorfall etwas merkwürdig bzw. unglaubwürdig, dennoch wäre dies dann ein klarer Missbrauch der Hypnose!
 
Im Übrigen, nach Meinung von Milton H. Erickson (siehe Gesammelte Schriften, Bd. 2 ), ist ein Verlust oder eine Beschädigung von Privateigentum besonders unter Hypnose nicht möglich. In Trance reagiert das Unbewusste besonders empfindlich und mit hoher moralischer Integrität auf emotional verknüpfte Objekte und lässt daher keinerlei Beschädigung oder Entwendung des Eigentums zu! 

09.06.07

Spiegel-Geschichte Nr. 5: Hypnose in der Post

Gerade eben stand ich noch in der Warteschlange der Poststelle, vor mir eine junge Frau mit etwa vierjähriger Tochter. Das Kind ist nach einiger Zeit unruhig und quengelig. Die Mutter ermahnt es zweimal leicht gereizt mit den Worten: „Hör auf!“

Das Kind hörte jedoch nicht mit dem Quengeln auf, daraufhin schnappt sich die Mutter entnervt ihr Kind, hebt es ganz nah an ihr Gesicht und sagt dem Kind mit drohendem Unterton: „Hör genau zu! Mama wird immer größer und stärker sein wie du! Hast du verstanden?! Mama wird immer größer und stärker sein wie du! Und jetzt ist Ruhe!“

Dann stellte die junge Frau das Kind wieder auf die Erde – wobei das Kind eine ganze Zeit lang wie gelähmt und stumm einfach nur dastand.

08.06.07

Hypnose mal ganz anders - Massage

Hypnose und Selbsthypnose werden fast ausschließlich als einzelne Gebiete angeboten oder praktiziert. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten, Hypnose mit anderen Gebieten nutzbringend zu verbinden! Eine dieser interessanten Verbindungen bildet meine Forschungsarbeit der HME. Ich habe ein System gefunden, mit dem es möglich ist, Massagetechnik effektiv mit Hypnose zu verflechten, sodass eine größere Heilwirkung der Massage und lang anhaltende Entspannung erzielt wird. Ich nenne es die Hypnotische Massage-Erweiterung (HME).

Bei Interesse darf ich Sie auf die Leseprobe im Specials-Bereich aufmerksam machen, unter der Kategorie "Hypnose und Massage ". Wenn Sie die gesamte Textversion gerne für sich selber zum Lesen möchten, so können Sie sie hier als pdf-Datei herunterladen.

05.06.07

Hypnose und Vertrauen

Eines der wichtigsten Elemente in der Hypnose ist das Vertrauen. Es kommt in den verschiedensten Ausrichtungen vor, z. B. das Vertrauen des Klienten zum Hypnotiseur, das Vertrauen des Hypnotiseurs zum Klienten, das jeweilige Vertrauen zu sich selber, das Vertrauen auf den Erfolg u.s.w.! Vertrauen haben, Vertrauen wollen, ist eine innere Haltung oder Bewegung, die aus dem üblichen, sicheren Rahmen hinaus deutet und das ist oft das Problem. Sicherheit und Vertrauen scheinen sich gegenseitig auszuschließen.

Ursache ist: Sicherheit kommt eher aus dem logisch-willentlichen Bereich, Vertrauen ist mehr dem Intuitiven zugehörig. Deshalb ist einem logisch orientierten Menschen jede intuitiv begründete Entscheidung verdächtig und nicht akzeptabel. Und deshalb haben einige Menschen regelrecht Bauchweh bei streng logischen Entscheidungen. Wenn ich daran denke, wie ich mir den Vorgang „Vertrauen entwickeln“ vorstelle, bekomme ich den Eindruck, dass mein ICH reduziert werden soll, bis mein ES (= mein Unbewusstes) statt des ICH im Vordergrund agiert.
Die anderen Varianten wären, mein ES einfach die Position mit dem ICH tauschen zu lassen oder das ES entsprechend größer werden zu lassen. Dabei habe ich aber irgendwie den Eindruck, dass die Reduzierung des ICH die einfachste Möglichkeit sein müsste. Um also Vertrauen entwickeln zu können, soll mein ICH in den Hintergrund treten und mein Unbewusstes an seine Stelle gehen. Dieser Vorgang ist sehr interessant, weil das genau der gleiche Vorgang ist, wie wenn Hypnose induziert wird! Somit sind m. E. Vertrauen und Hypnose deckungsgleich, zumindest teilweise! Und wenn das richtig ist, dann ist das auch ein Beweis für meine Behauptung, dass im menschlichen Leben sehr viel mehr Hypnose/Trance passiert, als uns im Allgemeinen bewusst ist. Vertrauen ist dabei für mich eine eher passive, offen bejahende und Raum gebende, innere Haltung, wobei Hypnose darüber hinaus noch bestimmte Verhaltensweisen und Ziele aktiv anstrebt. Außerdem stellt das Vertrauen noch etwas Besonderes zur Verfügung, nämlich das FÜR-MÖGLICH-HALTEN eines bestimmten Erfolges, seines Eintreffens in der menschlichen Wirklichkeit (letzteres meine ich, wenn ich von „Raum gebend“ spreche).

Fazit: Alles in Allem bin ich der Überzeugung, dass willentlich-logische Strukturen nur auf der Basis einer intuitiv-raumgebenden Grundhaltung möglich sind, auch wenn dies den logisch orientierten Menschen eher nicht bewusst ist und deshalb sicher nicht akzeptabel erscheint.

01.06.07

Esoterisches zur Hypnose

Vor vier Tagen habe ich das I-Ging befragt, was denn ursächlich bei Hypnose passiert. Die Antwort bzw. was ich da herausgelesen habe, möchte ich hiermit gerne zur Diskussion stellen, auch wenn dies keine wissenschaftliche Aussage ist:
 
Hier wirkt das große schöpferische Prinzip über das Selbst (Unbewusste) in das menschliche Leben hinein. Vorraussetzung ist dabei aber, dass der betroffene Mensch Unvoreingenommenheit und Bescheidenheit im Herzen trägt.
 
Genau genommen erklären diese Worte zwar nicht exakt was den Hypnosezustand ausmacht, aber immerhin zeigen die Worte, dass dadurch Verbindungen im Sinne des schöpferischen Prinzips, über den einzelnen Menschen, auch in den Kosmos hinaus, zur Wirkung kommen.
Ob dadurch der Trancezustand erst entsteht, oder ob der Trancezustand nicht doch Vorraussetzung ist, dass das schöpferische Prinzip überhaupt erst zur Wirkung kommen kann möchte ich im Moment nicht bewerten. Wenn meine Leser daran anknüpfend etwas sagen möchten, bitte ich um ein Kommentar.

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